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Neue Kirche der neuapostolischen Kirchengemeinde Neuhausen auf den Fildern eingeweiht

Am Sonntag, den 11. Dezember 2011, wurde die neue Kirche der neuapostolischen Kirchengemeinde Neuhausen auf den Fildern an der Bernhäuser Straße ihrer Bestimmung übergeben. Apostel Volker Kühnle, Leiter des Apostelbereichs Nürtingen der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, zu dem die Gemeinde Neuhausen zählt, führte den Weihegottesdienst durch. Als Bibelwort legte er dem Gottesdienst Jesaja 28, 16 zugrunde: „Darum spricht der Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht.“ Evangelist Wolf-Rüdiger Hirt, Vorsteher der Gemeinde Neuhausen, und Bischof Eberhard Koch, stellvertretender Leiter des Apostelbereichs Nürtingen, wurden zur weiteren Wortverkündigung gerufen. Der Neuhäuser Bürgermeister Ingo Hacker wandte sich am Ende des Gottesdienstes mit einem Grußwort an die Festgemeinde.

Bezugnehmend auf das Grußwort von Bürgermeister Hacker anlässlich des Baustellenfestes im Mai dieses Jahres, als er sich erfreut darüber zeigte, dass die neuapostolische Kirche mit ihrem Neubau an einer der Hauptstraßen Neuhausens nun in die erste Reihe der Gemeinde nach vorne rücke, stellte Apostel Kühnle in seiner Predigt zunächst fest: „Die neuapostolische Kirche ist jetzt da!“ Gleichzeitig sagte der Apostel zu, dass die Kirche immer ein Haus der offenen Tür sei und eine Begegnungsstätte für alle Menschen, unabhängig von Staatsangehörigkeit, Religion oder Seelenzustand. „Die neue Kirche ist durch ihre Lichtbänder vor allem auch bei Dunkelheit ein Blickfang“, so der Apostel weiter. Er forderte die Mitglieder der Kirchengemeinde auf, auch ein Licht zu sein, das Helligkeit schafft, Wärme verbreitet und damit anziehend wirkt. Er sprach dabei insbesondere die anwesenden Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde Neuhausen an und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass so Gräben, die möglicherweise in der Vergangenheit zwischen den Kirchengemeinden entstanden sind, wieder zugedeckt werden können.

Vor dem Weihegebet stellte der Apostel Parallelen her zwischen der Einweihung des Tempels in Jerusalem, über die in 1. Könige 8 ausführlich berichtet wird, und der Einweihung der neuen Kirche in Neuhausen. In dem Bericht wird beschrieben, wie Salomo bei der Einweihung in einem Gebet verschiedene Bitten vor Gott brachte. Unter anderem bat er darum, dem Volk Israel seine Sünden zu vergeben und es wieder in das Land ihrer Väter zu führen, wenn es wegen dieser Sünden vom Feind geschlagen werde. Als Voraussetzung für die Vergebung nannte Salomo ausdrücklich die Notwendigkeit, sich zu bekehren und im Tempel im Namen Gottes um Vergebung zu beten. Auch in unserer Zeit komme es aufgrund menschlicher Fehler zu Auseinandersetzungen, so der Apostel. Vor Gott gelte dabei aber nicht das Recht des Stärkeren. Seine Gnade sei für alle gleich. Voraussetzung, Gnade zu empfangen, sei aber, dass man Fehler bekenne und um Vergebung bete. Eine weitere Bitte Salomos war, dass dann, wenn das Volk Israel oder Einzelne des Volkes von Dürre oder Plagen heimgesucht werden, jedem Hilfe geschenkt werde, der betende Hände zum Tempel hin ausgebreite. Der Apostel verglich die Dürre mit wirtschaftlicher Not in der heutigen Zeit, hervorgerufen durch Arbeitslosigkeit oder Altersarmut. Plagen könnten heute Krankheiten oder Mobbing am Arbeitsplatz sein. Auch heute könne Gott Verhältnisse wenden, wenn er im Gebet darum gerungen werde. Schließlich bat Salomo darum, Gott möge auch Fremden, die nicht dem Volk Israel angehören und die aus fernen Ländern in den Tempel kommen, um zu beten, alles tun, worum sie bitten. Der Apostel rief in diesem Zusammenhang dazu auf, auch heute keine Abgrenzungen vorzunehmen, wie es beispielsweise beim Rechtsradikalismus der Fall sei, sondern alle, also auch Fremde, die in die neue Kirche kommen, willkommen zu heißen und ihnen wenn nötig zu helfen.

Nach dem Weihegebet und der offiziellen Weihe der Kirche ging Apostel Kühnle noch kurz auf das Bibelwort ein, das dem Gottesdienst zugrunde lag. In dem Wort werde beschrieben, wie die damals Herrschenden in Jerusalem Sicherheit vortäuschten, weil sie die richtigen Bündnisse und Verträge geschlossen hätten. Gott aber weise auf den Grund- und Eckstein hin, den er gegeben habe und der wirklich fest gegründet sei und damit Sicherheit biete. Heute würden wieder vermeintlich sichere Verträge oder Bündnisse geschlossen – zum Beispiel würden Rettungsschirme für die Währung aufgespannt. Auch heute noch sei aber sicherer, sich auf Gott, den Herrn, zu verlassen. Die Sicherheit, dass Gott allen Menschen helfe, komme aus dem Opfertod seines Sohnes Jesus Christus; leider könnten dies nicht alle Menschen erkennen.

Bürgermeister Ingo Hacker gab in seinem Grußwort seiner Freude über das attraktive neue Kirchengebäude Ausdruck. Die Freude sei deshalb besonders groß, weil die politische Gemeinde dafür nicht einmal etwas bezahlen müsse. Er hoffe, dass die neue Kirche ein Fels in der Brandung der Hektik des Alltags werde, ein Haltepunkt, wo Menschen sich begegnen und dabei sicher fühlen und wo sie mit der Hilfe Gottes Halt finden können. Der Bürgermeister begrüßte die verbesserte Vernetzung der Kirchengemeinde mit der politischen Gemeinde durch die Öffnung der Kirche. Er wünschte, dass die Kirchenmitglieder das Kirchengebäude mit Leben erfüllen und davon dann alle Neuhäuser profitieren.

Die am 18. Dezember 1965 eingeweihte alte Kirche der neuapostolischen Gemeinde Neuhausen in der Mörikestraße war zu klein geworden und entsprach funktional nicht mehr den heutigen Anforderungen an ein aktives Gemeindeleben. Deshalb beschloss die Kirchenleitung, einen Neubau zu errichten. Einige Jahre wurde danach nach einem Grundstück für den Kirchenneubau Ausschau gehalten. Schließlich wurde man in der Bernhäuser Straße 18 fündig. Am 22. Juni 2010 erfolgte der erste Spatenstich für die neue Kirche, die nach den Plänen von Architekt Stephan Pfäffle von der kircheneigenen Bauabteilung entstand. Nach 17 Monaten Bauzeit konnte die Kirche nun ihrer Bestimmung übergeben werden.

Die neuapostolische Kirchengemeinde Neuhausen hat aktuell 140 Mitglieder, davon 12 Kinder im Alter bis 13 Jahren sowie 14 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Vorsteher der Gemeinde ist Evangelist Wolf-Rüdiger Hirt. In der Gemeinde sind daneben acht weitere Seelsorger tätig (vier Priestern und vier Diakone). Alle Amtsträger arbeiten ehrenamtlich.

 

Weitere Bilder zum Einweihungsgottesdienst